Der Countdown läuft, die Uhr tickt, der Abschied rückt näher. In neun Tagen sitze ich im Flugzeug mit einem Einwegticket und überquere den Atlantik. Ich freue mich riesig und bin zugleich sehr nervös. Vorallem betreffend der Arbeit stehe ich noch vor viel Unbekanntem. Wie läuft das wohl in Kanada ab? Werde ich dort auch schnell den Anschluss finden? Welchen Wert haben meine Ausbildung und mein Abschluss von der Schweiz?
Diese und noch so manch andere Fragen schwirren im Kopf herum. Beruhigend wirkt die Gewissheit, dass neben dem Job praktisch nichts schiefgehen kann. Ich wohne bei der wohl tollsten Familie Kanadas, wobei ich durch einen Rettungssanitäter und einer Krankenschwester auch bestens aufgehoben bin.
Doch momentan wohne ich noch immer in der Schweiz und in den letzten Wochen durfte ich so manche Dinge noch ein letztes Mal machen. Den letzten Schultag in der Berufsschule absitzen, das letzte schweisstreibende Training in der Schwinghalle durchstehen, den letzten Brand mit der Feuerwehr Ehrendingen-Freienwil löschen, das letzte Warten bis der Speaker meinen Namen aufruft erdulden (Niklaus Thut Schwinget in Zofingen) und am Freitag steht bereits mein letzter Arbeitstag in der Zentral-Garage in Wettingen an. Die Vereine zumindest vorübergehend zu verlassen fiel mir schwerer, als ich anfangs angenommen habe. Ich hatte stest Freude am Schwingen und war auch mit Leidenschaft bei der Feuerwehr dabei. Aber auch meine Arbeit und der Betrieb gefielen mir sehr gut und ich lasse sie nur ungern zurück.
Noch viel schwieriger aber fallen die Abschiede von Freunden, von denen ich bereits eine handvoll hinter mich bringen musste. Ich freue mich auf viele neue Gesichter, doch werden mir so manche sehr fehlen. Obwohl ich nur für eine befristete Dauer verreise, ist es eine lange Zeit. Wir merken wohl erst wie sehr uns etwas am Herzen liegt, wenn wir uns davon trennen.
Doch es gab auch gewisse Dinge, von denen ich mich sehr gerne trennte:
| Militärmaterial: Hier viel der Abschied leicht. Adieu Stgw 90! |