Montag, 4. November 2013

Meine neue Benzinkutsche

Um meinen Arbeitsweg zu bestreiten, bin ich auf die grossartige Erfindung von Carl Benz aus dem Jahre 1886 angewiesen. Von meinem VW Golf loszulassen viel mir schwer, so war er stets ein treuer Begleiter und hat mich nie im Stich gelassen. Naja also fast nie. Das Aargauer Kontrollschild ist beim Strassenverkehrsamt abgegeben und mein kanadisches Nummernschild ziert einen zehnjährigen Mazda Protege 5. Von denen gibt es hier etwa so viele wie bei uns Käse im Fondue, denn sie sind relativ günstig zu kaufen und punkten mit geringem Benzinverbrauch. Mit nur 110'000 km beim Kauf erhoffe ich mir einen Wiederverkaufswert wenn die Zeit der Ab- oder Weiterreise gekommen ist. Denn bei 40 Kilometer Arbeitsweg bleibt der Zähler nicht gerade stehen.

Der Verkehr war für mich ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig. So sind die Kanadier ein freundliches und offenes Volk, was sie jedoch definitiv nicht mit hinter das Steuer nehmen. Einspurstrecken auf der Autobahn werden zum rechtsüberholen benutzt, zwei Meter Abstand ist mehr als genug und vorausschauendes Fahren wird oftmals durch den ständigen Wechsel zwischen Gas- und Bremspedal ersetzt. Doch wie bei all meinen Vergleichen spreche ich hier natürlich von der auffalenden Mehrheit. Es gibt auch die ganz anständigen Strassenbenutzer so wie ich einer bin und immer war.
Die morgentlichen 40 Kilometer lege ich in gut 30 Minuten zurück, da die Strassen um sechs Uhr früh noch nicht verstopft sind. Nach Feierabend sitze ich aber gut und gerne bis zu über einer Stunde im Auto. Von Wettingen nach Ehrendingen waren es noch 15 Minuten. Aber man kann nicht alles haben und der Verkehr gehört nun mal zu einer Grossstadt.

 

Trennung: Am 26. Juli 2013 hiess es adiéu AG 455 463

Samstag, 2. November 2013

Immigration beendet

Die Arbeitsbewilligung
Mit der Post vom 1. November habe ich mein letztes Dokument meiner Immigration in Kanada erhalten. Es ist die Health Card, die Krankenkassen- karte von der Provinz Ontario. Es war die aufwändigste Beschaffung aller notwendigen Unterlagen und symbolisiert so für mich einen befriedigenden Abschluss meines Immigrationsprozesses. Nach dem Ablauf der zwei- monatigen Frist seit Arbeitsbeginn bin ich also nun ab dem 3. November in Kanada staatlich krankenversichert und habe das Recht, jeder Zeit einen beliebigen Arzt aufzusuchen. Ich sehe in diesem System unglaublich viele Vorteile gegenüber unserem Versicherungskrieg in der Schweiz. Wir wissen ja nie, ob wir nun nicht doch überversichert sind oder einfach zu viel bezahlen. Denn der Arbeitskollege hat ja immer die bessere Police und der jährliche Prämienvergleich gehört nicht zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.
Da meine schweizerische Krankenversicherung aber nur bis Ende Oktober lief, bin ich nun für zwei Tage ohne eigentliche private Versicherung und so müsste ich bei einem Knochenbruch mit dem Spitalbesuch wohl bis Sonntagmorgen früh warten. Hoffen wir nun mal, dass ich diesen Samstag noch unbeschadet überstehe. Und sonst sind da ja noch Billy und Sarah, ein Rettungssanitäter und eine Krankenschwester. Was kann mir da schon passieren?

 Die wichtigsten Vier: Bankkonto, Krankenkasse, Führerschein und Sozialverischerung