Während wir Schweizer oftmals im Sommer nach Griechenland fliegen oder die Ferien in Ägypten verbringen, gibt es bei den Kanadiern eigentlich nur eines: Camping!
Egal ob Teenager, Senioren oder ganze Familien mit Kleinkindern, die meisten geniessen ihren Urlaub am Campingfeuer. So durften auch ich die Gelegenheit nutzen und mit der Familie Young in den Norden fahren. Das Ziel war der Campingplatz am Rock Lake im Algonquin Park. Ein Nationalpark in Ontario der etwas grösser als der Kanton Graubünden ist und neben fast 2500 Seen eine unglaubliche Wald- und Felsenlandschaft umfasst. Er bietet Lebensraum für Elche, Bären, Biber, Vögel und Fische. So gehört natürlich eine Angelrute genauso zur Ausrüstung wie das Zelt oder der Camper. Fischen lernt man in Kanada sowieso gleich nach dem Laufen!
Man kann den Park auf Land- und Wasserwege erforschen. Es führen Routen durch die Wälder und von den Bergen (für Schweizer eher Hügel) kann man eine atemberaubende Aussicht geniessen. Das grosse Abenteuer aber findet im Kanu statt und nennt sich Portage. Man paddelt im Kanu zu zweit oder zu dritt über den See, den Köder am Silch natürlich immer im Wasser. Erreicht man das andere Ufer, wird die Ausrüstung und das Kanu auf die Schultern geladen und zum nächsten See getragen. Übernachtet werden darf nur an den dafür vorgesehenen Stellen, es ist immernoch ein Nationalpark und somit "unberührte" Natur. So kann man mehrere Tage im Busch verbringen und sich vom Fisch und den mitgebrachten Vorräten ernähren. Denn Strom, einen Supermarkt oder eine Telefonzelle gibts es nicht. Dafür schmeckt das Wasser von der Quelle viel besser als aus jedem Wasserhahn.
Aufgrund des Alters der Kinder konnten wir nur eine eintägige Portage zu dritt machen. Doch eine mehrtägige Reise im Kanu steht ganz oben auf meiner To Do Liste. Ich hoffe dies nach meiner Arbeitszeit in Angriff nehmen zu können, also in etwa 12 bis 18 Monaten.
Doch auch eine eintägige Portage ist bereits ein Abenteuer. Wir überquerten den Rock Lake aus Zeitgründen mit dem 6 PS Motorboot, das Kanu im Schlepptau. Danach trugen wird das Kanu und die Ausrüstung durch den Wald zum Pen Lake, auf welchem wir den Nachmittag mit Fischen in bis zu 30 Meter Tiefe verbrachten. Hier sind Motorboote sowieso nicht mehr erlaubt. Während das einzige
Geräusch der Wind war, der über das Wasser gleitete, war eine Seeforelle leider auch der einzige Fisch an diesem Tag, der auf unsere Köder biss.
| Seeforelle: Der einzige Fischerfolg an diesem Tag |
Möchte man in Ufernähe fischen, so beisst eher mal ein Barsch zu. Diese bevorzugten die Würmer und konnten zu gewissen Tageszeiten relativ erfolgreich gefangen werden. Nahe an Wasserpflanzen und schattigen Plätzen hat man besonders grosse Chancen.
| Barsch: Ein willkommener Snack für Zwischendurch |
Neben dem Fischen verbrachte ich die sieben Tag am Rock Lake vorallem mit Schwimmen, Bootfahren, Kinder hüten oder einfach gemütlich am Campingfeuer zu sitzen. Auf jeden Fall ist der Besuch eines solchen Parkes ein Muss für jeden Kanadatourist!
| Panne: Der Vergaser ist verstopft. WD-40 hilft! |
| Booth Rock: Wanderung mit unglaublichen Aussicht |
| Klippensprung: Adrenalin und Erfrischung garantiert |
| Fischerkoffer: Meine neuste Errungenschaft |

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