Montag, 27. Januar 2014

Ein hartnäckiger Winter

Der Winter scheint dieses Jahr besonders kalt zu sein. Während normalerweise in Toronto erst Ende Januar die weisse Jahreszeit Einzug findet, haben wir nun seit Mitte Dezember frostige Temperaturen und jede Menge Schnee. Wir hatten eine kurze Verschnaufpause und es war bei 5 Grad Celsius schon fast warm. Doch seit einigen Tagen sind wir wieder im zweistelligen Minusbereich und es gab mit -37 Grad einen weiteren persönlichen Kälterekord.
Der Bereich des Ontariosees zwischen dem Festland und den Inseln ist zugefroren. Die Fähre kann nur der Wasserstrasse folgen, die zuvor ein Eisbrecher frei gemacht hat.



Fotos zum kanadischen Winter und vielem mehr findet ihr übrigens im neu angelegten Fotoarchiv!

Da Snowboarden ein grosses Hobby von mir ist und ich meine Ausrüstung nach Kanada mitnahm, folgten dem Schnee auch schon bald die ersten Abfahrten. Mit Arbeitskollegen machten wir die Pisten beim zwei Stunden entfernten Skiresort Blue Mountains unsicher. Jedoch wird einem schnell bewusst, was uns die Alpen in der Schweiz für tolle Möglichkeiten bieten. Denn ich fragte mich, weshalb sie es nicht besser Blue Hills (Hügel) nannten. Während wir von Davos und Laax verwöhnt sind, gibt es im Osten Kanadas keine anständigen Wintersportberge. Sie haben zwar mehrere Pisten nebeneinander, jedoch ist die Sesselbahn jeweils nur eine Etappe lang und nach knapp zwei Minuten auf dem Brett steht man auch schon wieder unten am Lift.

Ovi: Heimat die warm hält
Durst: Wasser für alle Fälle
Temperatur: 37 Grad unter Null


Freitag, 3. Januar 2014

Kältewelle

Das Wetter ist über das Jahr hinaus gesehen sehr ähnlich wie in der alten Heimat: angenehm warme Sommertage und Schnee im Winter bei jedoch nicht wahnsinnig kalten Temperaturen. Regnen tut es hier auch nicht mehr und die Tage sind im Sommer ganz schön lang. Das Klima war sicher eines der wenigen Dingen, die keinerlei Anpassungszeit von mir verlangten. Bis Ende 2013 jedenfalls, denn das neue Jahr brachte in Kanada bislang vor allem eisigen Temperaturen.
Aufgrund des Windeinflusses werden hier bei der Wettervorhersage jeweils zwei Werte verwendet. Die effektive Temperatur und die eigentlich gefühlte Temperatur, im Englischen windchill genannt. Und heute Morgen hat meine App definitiv einen neuen Rekordwert angegeben, der mir auch im Radio bestätigt wurde. Als ich um sechs Uhr das Haus verliess, waren es gefühlte 32 Grad Celsius unter Null. Ich kann mich an keinen Moment in meinem Leben erinnern, in dem ich jemals solchen Temperaturen ausgesetzt war. Mit Schal und Kappe ausgerüstet machte ich mein Auto startklar. Zu meiner Freude sprang es nach drei zähen Umdrehungen an und erfüllte seinen Job tadellos. Andere Verkehrsteilnehmer hatten da weniger Glück wie mir das Strassenbild auf dem Arbeitsweg zeigte. Während die Schweiz an Weihnachten fast schwitzte, kratzt hier jeder Atemzug im Hals und es ist einfach nur saumässig kalt!

Übrigens: Ein physikalisches Experiment hilft zur Aufmunterung bei eisigen Temperaturen. Schüttet man heisses Wasser in die Luft, gefriert dieses augenblicklich in seinen winzigen Tropfen und löst sich im kalten Wind auf.