| Injektoren: Ersetzen der Hülsen |
Da
viele der Kundenfahrzeuge grossen Transportunternehmen
angehören, werden Servicearbeiten wie der Ölwechsel meistens in betriebseigenen
Werkstätten vorgenommen und es gehört bei mir eher zur seltener Arbeit.
Die Motorstörlampe ist sicherlich einer der besten Auftragsgebern
unserere Werkstatt. Die Diagnose und damit verbundenen Reparatur gehört
zu den häufigsten Arbeitsabläufen. Dabei handelt es sich oftmals um Probleme im Abgassystem (Abgasrückführung, Dieselpartikelfilter, Abgasnachbehandlung) oder um elektrische und elektronische Defekte wie Unterbrüche im Kabelstrang oder defekte Sensoren. Undichte oder verstopfte Abgaskühler gehören fast zur tagesordnung. Ebenfalls häufig ersetzen wir undichte Ölkühlerabdeckungen, Auspuffkollektoren und Injektorhülsen. Das Erneuern der Kupplung gehört auch hier in Kanada zu den regelmässigen Arbeiten.
Unsere Niederlassung bietet speziell auch Motorrevisionen an. Dies ist im Vergleich zum Autogewerbe eine lohnende Investition und seit meiner Anstellung im September habe ich sicher bereits fünf dieser Aufträge in der Werkstatt gesehen. Die meisten Volvos haben hier übrigens einen D13 Reihen-6 Motor unter der Haube, erhältlich von 375 bis 500 PS. Seltener sieht man D11 oder D16 Motoren von Volvo bis maximal 550 PS oder aber auch Cummins MP7 oder MP8. Dass die Auslastung dieser Fahrzeuge hier in einer ganz anderen Liga stattfindet als in der kleinen Schweiz, sieht man neben der verstärkten Ausstattung an den zurückgelegten Strecken der Last
wagen. So hatte ich kürzlich einen Lkw Jahrgang 2005 mit 1'721'000 Kilometern und 28'000 Betriebsstunden. Ein Fahrzeug in der Schweiz mit über einer Million km auf dem Tacho ist schon eher eine Seltenheit.
Volvo bietet wie erwähnt neben den eigenen Motoren auch ihre Fahrzeuge mit Cumminsmotoren an. Dies ist in Nordamerika üblich, da es auch einige Motorenhersteller gibt, die keine Lastwagen bauen. Die bekanntesten sind sicherlich Detroit Diesel, Caterpillar und Cummins. Mühsam für die Diagnose ist, dass es einer anderen Software und einem anderen Adapter bedarft. Persönlich habe ich noch kaum an Cummins gearbeitet, doch scheinen sie bei den Mechanikern nicht so beliebt zu sein.
Einen weiterer Unterschied zum europäischem Modell bietet die Elektronik. Während ich mich an ein 24-Volt-System gewohnt bin, basiert hier alles auf 12 Volt bei vier parallel geschalteten Batterien. Dies ist nicht komplizierter oder einfacher, jedoch sorgte es bei der Fehlersuche anfänglich für Verwirrung und ist ein weiterer Punkt, der meine Lehre aus dem Projekt Kanada unterstützt: Hier läuft alles genau gleich, einfach ganz anders!
In Kanada gibt es keine jährliche MFK (Motorfahrzeugkontrolle) wie es bei uns in der Schweiz üblich ist. Anstelle der Inspektion durch eine Behörde, erfolgt eine Sicherheitsprüfung in einem zertifizierten Betrieb. So müssen wir zwar auch eine Checkliste durcharbeiten, jedoch ist es auch der Betrieb, der das ganze absegnet. Diese Prüfung erfolgt auf einem weit weniger hohem Niveau wie ich es vom Strassenverkehrsamt kenne. Die Lastwagen sind hier zwar meist im guten Zustand, jedoch ist beispielsweise der Bremsprüfstand ein Fremdwort. Die Bremsen werden lediglich optisch beurteilt, eine effektive Messung wird nie durchgeführt. Ebenso gelten undichte Stellen nicht als Sicherheitspunkt. Bei den Autos ist es noch viel extremer. Aus mir unbekannten Gründen muss beim Pkw nämlich nur dann eine Sicherheitsprüfung vorgenommen werden, wenn ein Halterwechsel erfolgt. So muss das Auto also beim Neueinlösen geprüft sein, jedoch kann es nachfolgend ohne weiteres auf der Strasse unterwegs sein. Und so kommt es auch, dass mir schon einige Rostbeulen begegnet sind, welche wohl als allgemeines Sicherheitsrisiko gelten sollten.
Als Unterschied grundsätzlich stellte ich fest, dass hier wesentlich mehr und vertieft Motorenarbeiten geleistet wird. Dafür aber ist die Bandbreite der Arbeiten kleiner, beschränkt es sich doch fast ausschliesslich auf den Antriebsstrang und die Elektronik. Während ich in Wettingen, Getriebe revidierte, Anpassungen an Fahrzeugen nach Kundenwunsch machte, Aufbauarbeiten im Bereich Hydraulik und Pneumatik ausübte und die ganze MFK und LSVA Richtlinien befolgen musste, brachte fast jeder Tag eine neue Herausforderung und ich wusste selten, was am folgenden Morgen auf mich zukommen würde. Da wir bei Volvo & Mack fast ausschliesslich Sattelzugmaschinen in der Kundschaft haben, fallen die Aufbauarbeiten weg. Getriebe werden hier ebenfalls nicht revidiert, höchstens die Schaltplatte mit den Schaltgabeln und der Steuerung ersetzt. Anhänger und Auflieger kommen erst gar nicht in die Werkstatt und somit ist die Variation der Fahrzeuge ziemlich beschränkt. Ab und zu arbeite ich an einem vier achsigem Fahrzeug mit Hakengerät oder an einem Müllwagen mit flacher Front.
Während man in der Schweiz kaum LkWs mit der langen Haube sieht, muss man hier genau nach den uns so gut bekannten flachen Kabinen Ausschau halten. Es wird als unsicher angesehen und hat sicherlich auch einiges mit Prestige zu tun. Die Fahrzeuge müssen aber auch nicht durch enge Gassen in der Altstadt manövrieren oder die vielen Kurven eines Passes überwinden. Hier hat man Platz und die Route ist grösstenteils flach und über Land. Zwischen Toronto und Vancouver gibt es nun mal keine Engpässe und die Städte sind vergleichsweise jung und grosszügig im Platz gebaut.
Volvo ist die einzige europäische Marke, die sich wirklich in Nordamerika etablieren konnte. Sie ist eine grosse Konkurrenz zu den Amerikanern wie Kenworth, International, Mack und Freightliner. Obwohl letzteres wie Mercedes-Benz zum Dailmer-Konzern gehört und in den Motoren einiges vom silbernen Stern steckt, gibt es hier keine Mercedes-Benz Lastwagen wie in Europa. Ebenso würde man vergeblich nach einem Scania oder MAN ausschau halten.
Volvo bietet wie erwähnt neben den eigenen Motoren auch ihre Fahrzeuge mit Cumminsmotoren an. Dies ist in Nordamerika üblich, da es auch einige Motorenhersteller gibt, die keine Lastwagen bauen. Die bekanntesten sind sicherlich Detroit Diesel, Caterpillar und Cummins. Mühsam für die Diagnose ist, dass es einer anderen Software und einem anderen Adapter bedarft. Persönlich habe ich noch kaum an Cummins gearbeitet, doch scheinen sie bei den Mechanikern nicht so beliebt zu sein.
In Kanada gibt es keine jährliche MFK (Motorfahrzeugkontrolle) wie es bei uns in der Schweiz üblich ist. Anstelle der Inspektion durch eine Behörde, erfolgt eine Sicherheitsprüfung in einem zertifizierten Betrieb. So müssen wir zwar auch eine Checkliste durcharbeiten, jedoch ist es auch der Betrieb, der das ganze absegnet. Diese Prüfung erfolgt auf einem weit weniger hohem Niveau wie ich es vom Strassenverkehrsamt kenne. Die Lastwagen sind hier zwar meist im guten Zustand, jedoch ist beispielsweise der Bremsprüfstand ein Fremdwort. Die Bremsen werden lediglich optisch beurteilt, eine effektive Messung wird nie durchgeführt. Ebenso gelten undichte Stellen nicht als Sicherheitspunkt. Bei den Autos ist es noch viel extremer. Aus mir unbekannten Gründen muss beim Pkw nämlich nur dann eine Sicherheitsprüfung vorgenommen werden, wenn ein Halterwechsel erfolgt. So muss das Auto also beim Neueinlösen geprüft sein, jedoch kann es nachfolgend ohne weiteres auf der Strasse unterwegs sein. Und so kommt es auch, dass mir schon einige Rostbeulen begegnet sind, welche wohl als allgemeines Sicherheitsrisiko gelten sollten.
Als Unterschied grundsätzlich stellte ich fest, dass hier wesentlich mehr und vertieft Motorenarbeiten geleistet wird. Dafür aber ist die Bandbreite der Arbeiten kleiner, beschränkt es sich doch fast ausschliesslich auf den Antriebsstrang und die Elektronik. Während ich in Wettingen, Getriebe revidierte, Anpassungen an Fahrzeugen nach Kundenwunsch machte, Aufbauarbeiten im Bereich Hydraulik und Pneumatik ausübte und die ganze MFK und LSVA Richtlinien befolgen musste, brachte fast jeder Tag eine neue Herausforderung und ich wusste selten, was am folgenden Morgen auf mich zukommen würde. Da wir bei Volvo & Mack fast ausschliesslich Sattelzugmaschinen in der Kundschaft haben, fallen die Aufbauarbeiten weg. Getriebe werden hier ebenfalls nicht revidiert, höchstens die Schaltplatte mit den Schaltgabeln und der Steuerung ersetzt. Anhänger und Auflieger kommen erst gar nicht in die Werkstatt und somit ist die Variation der Fahrzeuge ziemlich beschränkt. Ab und zu arbeite ich an einem vier achsigem Fahrzeug mit Hakengerät oder an einem Müllwagen mit flacher Front.
Während man in der Schweiz kaum LkWs mit der langen Haube sieht, muss man hier genau nach den uns so gut bekannten flachen Kabinen Ausschau halten. Es wird als unsicher angesehen und hat sicherlich auch einiges mit Prestige zu tun. Die Fahrzeuge müssen aber auch nicht durch enge Gassen in der Altstadt manövrieren oder die vielen Kurven eines Passes überwinden. Hier hat man Platz und die Route ist grösstenteils flach und über Land. Zwischen Toronto und Vancouver gibt es nun mal keine Engpässe und die Städte sind vergleichsweise jung und grosszügig im Platz gebaut.
Volvo ist die einzige europäische Marke, die sich wirklich in Nordamerika etablieren konnte. Sie ist eine grosse Konkurrenz zu den Amerikanern wie Kenworth, International, Mack und Freightliner. Obwohl letzteres wie Mercedes-Benz zum Dailmer-Konzern gehört und in den Motoren einiges vom silbernen Stern steckt, gibt es hier keine Mercedes-Benz Lastwagen wie in Europa. Ebenso würde man vergeblich nach einem Scania oder MAN ausschau halten.
Weitere Fotos von meinen Arbeitsaufträgen oder anderen Reparatur findet ihr hier und viele andere Bilder aus Kanada im Fotoarchiv!
