Donnerstag, 1. Mai 2014

Ferien in der Schweiz


Die Überraschung war gelungen und sorgte für einige verwirrte Gesichter in Ehrendingen. Im März buchte ich bei Air Canada den Flug Toronto - Zürich retour und schmiedete die Pläne, meine Schwester für ihren 30. Geburtstag zu besuchen. Mit einigen erfundenen Geschichten zur Ablenkung und dem Vorschlag, am Festival des Arcs im Juni in der Schweiz zu sein, war der Weg frei für mich. Doch nicht nur sie freute sich unglaublich darüber, dass ich zu diesem Anlass extra in die alte Heimat flog. Mich plagte eine schlaflose Nacht vor dem Abflug, konnte ich es doch kaum erwarten, all meine Freunde und Familie wiederzusehen. Die Reise hat sich allemal gelohnt.


Direkt nach der Arbeit am Mittwoch nahm ich das Taxi zum Flughafen und sass kurze Zeit später an Board der Maschine. In Zürich angekommen nahm ich den Zug nach Brugg und schaute bei Bettina im Büro vorbei. Obwohl sie noch keine Stunde am Pult sass, musste ihre Kollegin die restlichen Arbeitsstunden alleine bewältigen. Vielen Dank dafür, denn so konnte Bettina kurzfristig frei nehmen und wir sassen wenig später in der strahlenden Sonne beim Mittagessen. Zwei weitere Überraschungsbesuche an diesem Nachmittag bei Freunden auf der Arbeit standen auf dem Programm und den Abend verbrachte ich mit Freunden in der alten Stammbeiz, dem Bistro Ampère.

Der Freitag startete mit einem feinem Zmittag bei den Nachbarn. Ein Wiedersehen mit den ehemaligen Arbeitskollegen war von Beginn an geplant, verlangten doch viele bei der Abreise über das Mechanikersein und die nordamerikanischen Lastwagen in Kanada informiert zu werden. Zufälligerweise fand am Freitag das Abschlussessen von drei Mitarbeitern statt und so war auch schnell klar, wo ich an diesem Abend verweilen werde. Trotz einer Erkältung und dem Fehlen meiner Stimme, konnte ich so einiges von meinen Erfahrungen und Eindrücken erzählen.

Am Samstag dann die grosse Party, der runde Geburtstag von Bettina mit über hundert geladenen Gästen. Arbeitskollegen, Feuerwehrkameraden, Festivalfreunde und Familienmitglieder aus der ganzen Schweiz fanden sich in der Waldhütte in Freienwil ein. Die Pizza vom umgebauten Feuerwehrauto war fantastisch und es blieben keine hungrige Mäuler übrig. Das Dessertbuffet hätte so manches Konditoreischaufenster alt aussehen lassen, hatte es etwas für jeden Geschmack zu bieten. Alles war durchdacht und organisiert, nur der Tisch für die Geschenke hätte wohl noch etwas grösser sein können, denn die Gäste zögerten nicht damit, zu zeigen, was Bettina für eine grosse Rolle in ihrem Umfeld spielt und wie fest sie in den Herzen allen verankert ist. Obwohl das Wetter sich am Abend zunehmend verschlechterte und der Regen in Strömen niederprasselte, liessen wir uns die gute Stimmung nicht nehmen und feierten bis spät in die Nacht. Es war ein tolles Fest.


Der Sonntag dann verbrachte ich grösstenteils im Bett. Ein Treffen mit vier Freunden am späteren Nachmittag galt zur Planung unserer Campingferien in Kanada im kommenden Herbst. Die Ideen und Gedanken liessen mich auf einen tolle Zeit mit vielen Abenteuern freuen. Wo wird es uns wohl hinführen? Hoffentlich sehen wir einiges vom kanadischen Wildleben, am besten einen Bären natürlich!
Wegen dem vollen Terminkalender hatte ich meine Eltern noch kaum gesehen und so war ich am Sonntag zum Nachtessen in der Windelburg eingeladen. Anschliessend besuchte ich die neue WG von Freunden in Baden und traf mich mit einem Freund in der Stadt. Gemeinsame Geschichten wurden ausgegraben und liessen uns an die alten Zeiten erinnern.

Mit dem Montag brach bereits der letzte Tag meiner Ferien in der Schweiz an. Und wieder konnte ich davon profitieren, bekocht zu werden. Ich wurde von einer Kollegin zum Zmittag eingeladen. Ich genoss es sehr viele alte Freunde und Bekannte wiederzusehen, war es auch nur für eine kurze Zeit. Eine weitere Wohnungsbesichtigung folgte an diesem Nachmittag und am Abend trafen wir uns in einer kleinen Runde im Restaurant Höhtal. In meinen fünf Tagen in der Schweiz hatte ich dreimal Cordon-Bleu, zweimal Kebab und einmal Rösti mit Bratwurst. Das sind nun eben die kulinarischen Aspekte, die in Kanada manchmal etwas zu kurz kommen.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg nach Kloten. Achteinhalb Stunden später landete der Direktflug in Toronto und ich sass im Taxi auf dem Weg zur Arbeit, die sich ja nur unweit vom Flughafen befindet. Die zwölf Stunden in der Werkstatt kamen mir vor wie eine Ewigkeit und ich war froh, als ich morgens um 3 Uhr endlich Feierabend hatte. Eine nächtliche Irrfahrt aufgrund von gesperrten Autobahnen verzögerte meine Ankunft zu Hause und als ich endlich unter die Bettdecke kroch, war ich einfach erleichtert, dass dieser 27-Stunden-Tag endlich zu Ende war. Obwohl es nur ein kurzer Aufenthalt in der Schweiz war, konnte ich ihn in vollen Zügen geniessen und war nicht traurig darüber, wieder in mein neues Zuhause zurückzukehren. Leider muss ich den Besuch am Festival des Arcs absagen, war er nur ein Vorwand um meine Überraschung zu organisieren. Doch ich freue mich unglaublich auf all die Gäste, die ich in den kommenden Monaten in Kanada begrüssen darf.

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