Mittwoch, 13. März 2013

Die ersten Schritte

Als ich dieses Jahr im Januar für zwei Wochen nach Kanada ging, war das grosse Ziel einen Job zu finden. Diesen konnte ich nach 20 Bewerbungen, vier Vorstellungsgesprächen und drei definitiven Zusagen auswählen. Auf dem Weg zum Vorstellungsgespräch bei Harper Truck Centres fuhren wir an Volvo Trucks vorbei. Spontan gab ich mein Bewerbungsdossier auch bei diesem Betrieb ab. Nun werde ich ab dem 3. September 2013 dort als Lastwagenmechaniker arbeiten. Eine grosse Herausforderung.

Arbeit und Werkzeug
Hier einen Überblick von meinen Bewerbungen. Ich kürzte die Liste in der Breite:

Bewerbungen: Mail = per Post, online = im Internet auf ein Inserat hin, drop off = beim vorbeifahren


Jedoch fuhr ich nicht nur von Werkstatt zu Werkstatt. Ich beginn ebenfalls mit grosser Unterstützung meiner Freunde diverse Angelegenheiten zu erledigen oder abzuklären. So habe ich bereits ein Bankkonto in Kanada, den Lehrplan des "Truck and Coach Technician 310T" (kanadischer Automobilmechatroniker Fachrichtung Nutzfahrzeug), die notwendigen Unterlagen zur Überschreibung meines Führerausweises sowie einen Werkzeugwagen.

In Nordamerika ist es Standard, dass Mechaniker ihr eigenes Werkzeug sowie ihren eigenen Werkzeugwagen mitbringen. So kaufte ich mir also auf dem Weg zum Flughafen kurzerhand einen grossen Werkzeugboy für 900.- kanadischen Dollar, was etwa 840.- Franken entspricht.
Hier wird er gerade bei Performance Equipment abgeladen. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits wieder zurück in der Schweiz.

Toolbox: Ready to unload

Dem Werkzeug betreffend bin ich mir noch unsicher, ob es sinnvoller ist sämtliches Material in Kanada zu organisieren (Occasion und Ausverkauf), oder aber schweizer Ware mitzubringen. Doch nur wie? Hilfreiche Tipps und Möglichkeiten sind herzlich willkommen!

Bankkonto
Ein Besuch bei der nächsten Bankfiliale stand an. Ich zeigte der Desk-Lady meinen Pass und schon sass ich im kleinen Büro der Sachbearbeiterin. Ich sass da und dachte: So muss es sich also anfühlen, wenn man ein Konto im Ausland eröffnet, um sein Geld von den Behörden zu verstecken. Leider gibt es da (noch nicht) viel zu verstecken.

Nach einer etwa einstündigen Unterhaltung mit der  griechisch-kanadischen Sachbearbeiterin von TD Canada Trust, war ich bereits stolzer Besitzer eines Bankkontos in Kanada. Der Aufenthalt in der Bank hätten wir (Billy und ich) locker um die Hälfte der Zeit verkürzen können, hätten wir nur den ernsten Teil der Gespräche geführt!

Post von TD Canada Trust: Ihr Bankkonto ist eröffnet!
 

Führerausweis
Der Führerausweis machte mir wesentlich mehr Probleme. Nachdem ich wegen fehlender offiziellen Übersetzung des schweizerischen Führerausweises (was will man von dieser kleinen Karte schon gross übersetzt haben?!) beim ersten Besuch des Drive Center abgewiesen wurde, war mein einstündiger Besuch am nächsten Tag leider nicht viel erfolgreicher. Nachdem sämtliche Unterlagen endlich ausgefüllt waren, die Gebühr bezahlt wurde und das Foto passte, wollte die nette Damen meinen CH-Führerausweis einziehen und ihn ungültig machen. Es sei nicht erlaubt, in zwei verschiedenen Ländern gleichzeitig einen Führerausweis zu besitzen.
Da diese Amtshandlung weder mir persönlich noch meinem Lehrbetrieb sehr gut gefallen hätte, konnte ich das ganze Prozedere wieder annullieren. Zwar wäre der kanadische Ausweis in der Schweiz sehr wohl enerkannt, jedoch wird mir nur die Auto- und Motorradprüfung übertragen. Die Lastwagenprüfung wäre somit entfallen.
Nun also werde ich diesen Schritt im Herbst wiederholen. Die LkW-Prüfung brauche ich nicht nachzuholen, da es in Kanada einem Mechaniker erlaubt ist, im Umkreis von bis zu 50 Kilometer der Werkstatt auf Probefahrt zu gehen. Und das sollte reichen! 

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