Montag, 5. August 2013

Die Reise

Packen, Verkaufen, Entsorgen, Verstauen
Bereits einige Tage vor dem Abschiedsfest hatte ich damit begonnen meine Wohnung zu räumen und persönliche Dinge zu verstauen. Das stellte sich leider aber schnell als viel zeitaufwändiger und nervenberaubender heraus als ich vorerst angenommen hatte. Mitnehmen? Verkaufen? Im Estrich verstauen? Oder gar entsorgen? Diese Fragen musste ich mir bei ach so manche Dingen stellen. Bei meinem Ausverkauf im Juni konnte ich zwar einiges los werden, doch war dies trotzdem noch lange nicht alles.
So füllten sich Bananenschachtel um Bananenschachtel und auch die Entsorgungsfirma Obrist durfte über 260 kg Material entgegennehmen. Für die durch den Transport der Möbel enstandenen Ruhestörungen im Wohnhaus musste ich mich bei den im Block wohnenden Nachbarn entschuldigen. Na gut, wer will schon unter der Woche morgens um halb zwei Uhr schlafen?!


Jedenfalls schaffte ich es dank grosser Unterstützung meiner drei Geschwister und der Freundin eines Bruders die Wohnung termingerecht auf Vordermann zu bringen und die Steuererklärungen für die Jahre 2012 und 2013 bei der Gemeinde einzuwerfen. Am Freitagabend konnte ich den letzten Abfallsack zuschnüren und mich für das Vorabend-Check-In auf den Weg zum Flughafen machen.

Koffer 1, Koffer 2, Mountainbike, Snowboard
Am Check-In Schalter stellte sich heraus, dass es sich definitiv gelohnt hat für eine höhere Freigepäckgrenze die teurere Klasse zu buchen. Statt den üblich erlaubten beiden Gepäckstücken à 23 kg durfte ich jeweils 32 kg pro Koffer packen und statt 10 kg Handgepäck 20 kg ins Flugzeug nehmen. Durch den Transport von Werkzeug konnte ich diese Limite auch ziemlich gut ausschöpfen. Mit meinem Wagen voller Gepäck brachte ich die Dame am Schalter sichtlich aus dem Konzept. Einigen Diskussionen über Freigrenzen, Gepäckstücke, Aufpreise und Computerprobleme später konnte ich nach einer kurzen Neuverpackung des Mountainbikes folgendes Gepäck aufgeben:

1. Koffer:              30.1 kg
2. Koffer:             30.0 kg
Mountainbike:   23.3 kg
Snowboard:           8.7 kg

Zu diesen 92.1 kg kamen dann noch etwas mehr als 20 kg Handgepäck. Hier konnte ich gut die Limite etwas überschreiten, da dieses Gepäck nicht auf der Waage landet.
Als dann die Gebühren bezahlt waren und ich einen kleinen Teil wieder auspacken musste, war die Dame mindestens so froh wie wir, dass wir uns wieder Richtung Ehrendingen machen konnten. Fazit: Trotz modernster Technik und globaler Vernetzung ist für ein Check-In mit so viel Gepäck mit enormem Zeitaufwand zu rechnen und ausreichend Geduld nur von Vorteil.


Zürich - Reykjavik / Reykjavik - Toronto
Nach einem ausgiebigem Familienbrunch ging es am Samstagmittag wieder zum Flughafen. Neben der Familie kamen fünf Freunde um mir eine gute Reise zu wünschen. Trotz der grossen Vorfreude auf die kommende Zeit zieht ein solcher Abschied nicht spurenlos an einem vorbei. Doch um etwas Neues zu wagen muss man Vertrautes zurücklassen. Das gilt es zu akzeptieren.
Nachdem Kaffee und einigen Tränen geflossen waren, sass ich schon im Flugzeug und sah die Schweiz verschwinden. Ungefähr vier Stunden in der Luft, einer etwas besseren Flugzeugmahlzeit und dem Film Hangover 2 später, landete ich in Island. Ohne Zwischenfälle und nach kurzer Wartezeit in Reykjavik sass ich auch schon wieder in einem Flugzeug und steuerte mein Endziel Toronto an. Diese sechs Stunden Flugzeit verbrachte mit dem Verzehren der selben Mahlzeit wie im ersten Flug, einem weiteren Film und mehreren unbequemen Schlafminuten.


 
Passkontrolle, Immigrationszentrum, Gepäckausgabe, Zoll
Um 19 Uhr Ortszeit bin ich planmässig in Toronto gelandet. Der Papierkram beim Immigrationsbüro war viel schneller erledigt als ich mir gedacht hatte. Nach wenigen Minuten konnte ich mit der Arbeitsbewilligung das Büro verlassen. Diese Effizienz aber bestätigte sich bei der Gepäckausgabe leider nicht mehr. Nach 40 Minuten Warten konnte auch ich endlich mein Fahrrad vom Förderband nehmen. Beim Zoll wiederum wurden meine Befürchtungen erfreulicherweise nicht wahr. Ohne mit den Wimpern zu zucken liess mich der Herr freundlich passieren und ich schritt zügig Richtung Ausgang wo bereits mein Freund Billy auf mich wartete. Es ist schon ein komisches Gefühl, das komplette Hab und Gut (zumindest für die nächste Zeit) auf einem kleinen Wagen vor sich her zu schieben. Zusätzlich zum Gepäck auf dem Bild trage ich einen Rucksack in der Grösse des kleinen braunen Koffers. Das ist alles.

Nach einer kurzen Autofahrt konnte ich in mein neues Zuhause einziehen ...


1 Kommentar:

  1. Alles sehr schick!Nur doof dass man vom Bett aus nicht auf den Fernseher sieht. ;-)

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