Mittwoch, 26. November 2014

Home Sweet Home

Es ist also Tatsache, ich bin zurück in der Schweiz. Ich konnte meine drei letzten Tage in Kanada leider nicht wirklich geniessen, hielten mich Dinge wie das Verkaufen meines Autos und all die Formalitäten und der Papierkrieg ziemlich auf Trab. Mein Auto konnte ich verkaufen, meine Werkzeugkiste befindet sich aber weiterhin in Billys Garage und es gilt da noch eine gute Lösung zu finden. Ich meldete mich beim Generalkonsulat in Montreal ab, schloss mein Bankkonto und kündigte Kreditkarten und Natelabonnement. Am Donnerstag konnte ich dann endlich alles abschliessen und nach einem feinen Fondue zum Znacht feierte ich mit Freunden den Abschied in der nahegelegenen Bar. Sarah und Billy spielten einige Songs und wir verweilten bis der Laden um zwei Uhr morgens dicht machte. Obwohl der Abschied früher als erwartet eintraf hatte ich in Kanada eine unglaubliche Zeit und konnte in vieler Hinsicht profitieren.

Wenige Stunden danach erwachte ich das letzte Male an der Hiawatha Road in Toronto und packte den Rest meiner Sachen zusammen. Billy brachte mich nach einigen Abschiedstränen zum Flughafen und mit Ach und Krach konnte ich meine vollen Koffern aufgeben. Die Übergepäckgebühren machten dabei mehr aus als das eigentliche Flugticket. Doch das hatte ich erwartet, denn ich rechnete die verschiedenen Varianten mit First Class und anderen Fluggesellschaften im Voraus durch und hatte mich für die günstigste Lösung entschieden. Mit meinen Flugmeilen konnte ich einen preiswerten Direktflug in der Economy Class buchen, musste aber einiges für die zusätzlichen Gepäckstücke bezahlen.
Acht Stunden neben einer netten Frau mit Flugangst und einigen unbequemen Schlafminuten später landete ich bereits in Zürich und wurde von meinen Eltern, meiner Schwester Bettina und den Freunden Sebastian, Mario und Vanessa erwartet. Vielen Dank für den Empfang!

Nachdem ich etwas Schlaf nachgeholt hatte ging es auf nach Bern, wo sich meine ganze Familie zum Racletteznacht traf und die Lichtshow Rendez-Vous Bundeplatz bestaunte. Ein Freund aus Kanada ist auf Europareise und konnte sich uns anschliessen. Wir verbrachten zwei Nächte in Bern und konnten dazu auf die Gastfreundschaft meines Bruders Bruno zählen. Für den späteren Samstagabend gesellte sich auch mein Freund Lukas dazu und wir verfolgten das Ultimate Rap-Battle im Dachstock der Reitschule. Ich fühlte mich wie in Eminems Film 8 Mile. Am Sonntag schlenderten wir durch die Stadt und speisten im alten Tramdepot. Die Rösti kam ihrem Ruf gerecht.  Für den Montagmorgen fuhren wir wieder in die schöne Altstadt, denn es war Zwibelemärit und nacht etwas Glühwein und viel Konfetti trampelten wir auf den gratis gemieteten Velos zum Rosengarten hinauf um die schöne Aussicht über die Stadt zu geniessen. Dann gabs Käsefondue und somit kamen wir in den wenigen Tagen bereits in den Genuss der drei wichtigsten schweizerischen Spezialitäten. Kurze Zeit später trennten sich unsere Wege wieder, mein Freund Steve reiste weiter nach Interlaken während ich mich auf den Weg zurück nach Ehrendingen machte.

Und da sitze ich nun, vorübergehend eingenistet auf dem Sofa meiner Schwester. Die nächsten Tage verbringe ich mit dem Besuchen von Freunden, einem Klassentreffen und der Jobsuche. Wenn sich die Arbeitssiutation einmal ergeben hat, wird sich auch die Wohnsituation dementsprechend anpassen.

Dienstag, 18. November 2014

Der Abschied naht

Der Abreisetag nähert sich ziemlich zügig. Ich bin bereits mit dem Packen der Koffern beschäftigt und kümmere mich um diverse administrative Dinge wie Bankkonto, Versicherung und Natelabonnement. Einige Fragen sind noch ungelöst und bereiten mir Kopfschmerzen. Obwohl ich mich auf Familie und Freunde in der Schweiz sehr freue, fällt mir dir Rückreise alles andere als leicht. Am vergangenen Samstag musste ich bereits von vielen Leuten Abschied nehmen. Ich hatte dazu den oberen Stock einer nahe gelegenen Bar reserviert und einige Leute eingeladen. Am Donnerstag, dem Abend vor dem Abreisetag, werde ich dann noch mit Sarah, Billy und einer handvoll Freunden in meiner Stammbar ein Abschiedsbier in der kleinen Runde trinken. Da es wahrscheinlich mehr als eines sein wird, muss ich bis dahin all meine Sachen gepackt und erledigt haben. Am Freitag wird mir dann nicht mehr allzu viel Zeit bleiben, muss ich mich nach dem Zmittag bereits auf den Weg Richtung Flughafen machen.


Ich kam mit viel Gepäck nach Kanada und es kam noch einiges dazu in diesem Jahr. Obwohl ich einen Teil vorübergehend in Toronto lassen werden sind meine Koffern derart vollgepackt, dass der Reisverschluss gerade zugeht, wenn man mit viel Kraft auf den Deckel drückt. Und dann bleibt da jeweils trotzdem noch ein Stapel Kleider daneben übrig der irgendwo reinpassen muss. Trübsal blasen hilft da auch nichts!
In Kanada ist der Winter übrigens bereits eingetroffen. Eine wenige Zentimeter dicke Schneeschicht hat sich über die Landschaft gelegt und die Temperaturen sind bereits im zweistelligen Minusbereich.

Montag, 10. November 2014

Lösung Gewinnspiel

Nun sind die Lösungen des Kreuzworträtsels online. Eine Datei mit allen Antworten und Erklärungen zu den Fragen, eine andere mit dem komplett ausgefülltem Rätsel. Hier nochmals der Link:


Die Teilnahme am Rätsel war leider sehr gering. Das Richtige Lösungswort ist natürlich POUTINE, die kanadische Spezialität aus Québec. Vielen Dank Bettina, Sarah, Mario und den Allegrias fürs Mitmachen. Ihr dürft alle eine persönliche Postkarte und ein kleines Weihnachtsgeschenk erwarten!
Der Sieg des besten Fotos geht ganz klar an Mario, der sogar während dem Lady Gaga Konzert am Rätsel büffelte! 

Allegrias: Konnten viele der Fragen beantworten.
Lukas: Konnte er das Rätsel lösen?







Bettina: War die Erste mit dem richtigen Lösungswort
Mario: Kreuzworträtsel am Lady Gaga Konzert

Donnerstag, 6. November 2014

Kopfschmerzen, schlaflose Nächte und Vorfreude


Ich durfte einen tollen Sommer mit unzähligen Erinnerungen erleben. So manche Reise konnte ich unternehmen und viele Leute treffen. Manchmal waren es neue Gesichter, manchmal alte Bekannte. Doch als sich der Sommer seinem Ende neigte, musste ich mich wieder auf die Arbeitssuche begeben. Nach meinen gesammelten Erfahrungen war mir klar: Ich möchte nicht mehr in einem solch grossen Betrieb arbeiten. Das Team war zwar super, doch irgendetwas fehlte einfach und die Arbeit war wenig abwechslungsreich. Ich konnte unglaublich profitieren und lernte viel Neues dazu, doch es schlich sich auch eine unangenehme Routine ein.
Ich schaute mich nach Jobs im Westen Kanadas um, genauer in British Columbia und Alberta. Schnell wurde mir klar, dass zwar jede Menge Arbeit vorhanden ist, jedoch meistens nach Leuten mit dem kanadischen Mechanikerzertifikat gesucht wird. Auch müsste ich mein Visa erneuern, erhalte ich als Schweizer nur eine „geschlossene“ Arbeitsbewilligung. Das heisst, der Arbeitgeber ist in der Bewilligung vermerkt und es ist dem Arbeitnehmer ausschliesslich erlaubt, bei dieser Firma zu arbeiten. Die „offene“ Arbeitsbewilligung erlaubt einem das wechseln des Arbeitgebers nach Belieben solange die Bewilligung zeitlich gültig ist. Für mich hiess das also: Neuer Job – neue Bewilligung.
Meinen Teil dieses Verfahren kannte ich ja bereits. Ich wusste, welche Papiere ich vorweisen müsste und wie dieser Prozess abläuft. Jedoch brauchte ich dafür erst eine andere Bewilligung, die sogenannte Labour Market Opinion (LMO), frei übersetzt ein Gutachten des Arbeitsmarktes. Dies erlaubt einer kanadischen Firma, eine ausländische Arbeitskraft einzustellen. Man will damit zum Einen die kanadischen Arbeitern bevorzugen und zum Anderen das Einstellen von unterbezahlten ausländischen Arbeitskräften verhindern. Der Grund, wieso eine Firma mich einstellen müsste, wäre klar: Es gibt einfach zu wenig ausgebildete kanadische Fachkräfte.
Dieses Dokument (LMO) brauchte ich bereits bei meiner ersten Arbeitsbewilligung und erhielt es damals auch von Volvo zugesandt. Nach einigen Recherchen wurde mir nun aber klar, dass dies gar keine einfache Angelegenheit wäre. Der Antrag kostet die Firma über tausend Dollar. Dazu müssen sie noch für zwei Wochen ein Inserat schalten und es fallen weitere Gebühren an. Für einen grossen Konzern wie Volvo war das wohl kein Problem, denn solche Firmen können Bewilligungen im Voraus einholen und dann nur noch für den bestimmten Arbeitnehmer ausstellen. Eine kleinere Firme trägt mehr Kosten und wartet länger auf die Dokumente. Zudem trägt sie die Kosten, ob die Bewilligung nun erteilt wird oder nicht.
Trotzdem habe ich mich an vielen Orten beworben, im Ganzen waren es gar 50 Unternehmen die meine Unterlagen erhalten hatten. Bald zeichnete sich ein wiederkehrendes Muster ab: Die Firmen sind interessiert, die Bewerbung sei beeindruckend. Aber wenn nicht die fehlende kanadische Lizenz das Problem war, dann war es die Arbeitsbewilligung. Entweder waren sie nicht bereit, diese Kosten zu tragen, oder die Wartezeit und der Papieraufwand waren einfach zu gross. Andere wollten gar nichts mit Arbeitsbewilligungen zu tun haben und wieder andere sagten, sie würden nur Ausländer mit der offenen Arbeitsbewilligung einstellen.

Während meiner Zeit hier habe ich mir auch einige Gedanken über meine entferntere Zukunft gemacht. Immer mehr drängte sich das Interesse für ein Studium in den Vordergrund. Sinnvollerweise würde ich dieses nächsten Herbst beginnen, und somit wäre meine Arbeitszeit in Kanada nur noch bis zum Sommer 2015.
Nach manchen Telefonaten, vielen E-Mails und einigen Vorstellungsgesprächen war also klar: Wenn ich in Kanada bleiben wollte, dann müsste ich wohl zurück zu Volvo, wo ich bereits gearbeitet habe. Diese Bewilligung ist nach wie vor gültig und ich könnte im Falle einer erneuten Anstellung sofort wieder zurück in die Werkstatt. Der Zeit- und Kostenaufwand um eine neue Arbeitstelle für nur 6 Monate anzutreten wäre einfach zu gross. Nach dem Abwägen aller Möglichkeiten kamen also schliesslich zwei Optionen in Frage:
- Bis im Sommer in Kanada bleiben, um dann für ein Studium in die Schweiz zu kommen. Die Arbeit wäre wieder bei Volvo / Mack in Mississauga.
- Jetzt zurück in die Schweiz, um noch bis im Sommer als Mechaniker zu arbeiten und dann mit dem Studium beginnen.
Eine Schwierige Entscheidung. Die ganze Geschichte hatte mir schon so einige schlaflose Nächte beschert. Doch ich kam zum Schluss, dass mir eine unwohle Arbeitsstelle die Zeit in Kanada einfach nicht Wert wäre! Und somit habe ich mich dazu entschieden, meine Koffern zu packen und wieder zurück in die Schweiz zu kommen. Diese Option habe ich mir ja während meinem ganzen Projekt stets als Möglichkeit in Betracht gezogen. So sehe ich das nicht etwa als Abbruch oder Fehlschlang an, ganz im Gegenteil. Ich habe mich hier in Kanada auf mein nächstes Ziel weiterentwickelt. Und dies in einem tollen Land mit grossartigen Erfahrungen.
Ich freue mich natürlich auf meine Familie und Freunde in der Schweiz. Doch habe ich auch hier in Kanada Familie und Freunde gefunden, die ich nur schweren Herzens verlassen kann. Aber ein Ziel vor Augen zu haben hilft extrem, und ich beginne bereits mit den Umzugsvorbereitungen. Auto und Werkzeuge müssen verkauft werden, einige Dinge abgeklärt und so manche organisiert werden. Doch der Flug ist bereits gebucht und ich werde am Samstag, dem 22. November 2014 in Zürich landen.
Ich freue mich darauf!