Sonntag, 6. Oktober 2013

Aller Anfang ist schwer

Schreibarbeit: Mit Freude investierte Freizeit
Nach zwei Monaten in Kanada und fünf Wochen bei Performance Equipment kann ich euch nun von meinen ersten Erfahrungen berichten. Die Nachricht, dass mehreren Leser gespannt auf den nächsten Eintrag gewartet haben und schon ungeduldig geworden sind, hat es über den Atlantik geschafft. Es freut mich sehr, dass meine Berichte auf Interesse stossen. So darf dieser Blog auch bedingungslos geteilt, vermailt, verlinkt, empfohlen, erzählt, versendet, gepostet oder vermerkt werden. Es wäre schön, wenn meine Erfahrungen zukünftigen Reisenden eine Hilfe sein können und Antworten auf Fragen bieten. Bereits bietet mein Projekt die Starthilfe für Nachahmer.
Für das lange Warten auf diesen Eintrag muss ich mich entschuldigen. Nach anstrengenden Arbeitstagen musste ich die Abende oftmals damit verbringen, irgendwelchen Versicherungen, Behörden oder Unterlagen nachzukommen. Mittlerweile habe ich mich aber ziemlich gut eingelebt und habe fast alle administrativen Angelegenheiten hinter mir. Auf diesen Beitrag werden in Kürze mindestens zwei weitere folgen. Ich werde euch gerne meinen Arbeitsplatz genau vorstellen und dann vermehrt aber ehner kürzere Beiträge über einzelne Erlebnisse verfassen.

Der Einstieg bei Volvo & Mack hat mir mehr Mühe bereitet als ich erwartet hatte. Ich war wahrscheinlich etwas falsch in die ganze Sache gestartet und hatte mich selber zu stark unter Druck gesetzt. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und hier laufen viele Dinge anders. Ich wollte von Anfang an alles richtig machen und sowohl schnell wie auch qualitativ hoch arbeiten. Denn der Faktor Zeit wird stärker bewertet, als ich es mir von der Schweiz gewohnt war. Am Ende des Monats bekomme ich eine Statistik mit der Produktivität der Firma und mit meiner persönlichen zum Vergleich. Diese berechnet sich durch die von Volvo oder Mack vorgegebene Zeit für eine bestimmte Arbeit und die tatsächlich Zeit, die der Mechaniker dafür aufgewendet hatte. Ich hatte zu Beginn stets diese Produktivität im Kopf und habe dann schlussendlich durch entstandene Fehler viel Zeit verloren. So war ich zu Beginn mit meinem Tempo wie auch mit der Qualität meiner Arbeit sehr unzufrieden. Und für letzteres wurde ich während meiner Lehre bei Mercedes-Benz in Wettingen eigentlich stets gelobt. Es war eine Art Teufelskreis und ich kam frustriert von der Arbeit nach Hause. Dies war natürlich eine schlechte Voraussetzung für den nächsten Tag, was wiederum zu keinem besseren Resultat führte. Ich hatte einfach Mühe damit, zu akzeptieren, dass es nicht so gut läuft, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Doch durch Gespräche mit der Familie in der Schweiz und der Familie in Kanada habe ich mich wieder gut aufgefangen und bin nun mit Selbstbewusstsein auf dem richtigen Weg. Die Motivation und die Freude an der Arbeit sind wieder da. Zwar ist mein Tempo im Vergleich stets noch sehr langsam, doch wenigstens stimmt meine Arbeit wieder und die Geschwindigkeit kommt von alleine mit der Routine. Ich hatte wohl einfach versucht, diese Zeit zur Routinengewinnung zu überspringen, was mit der Unzufriedenheit meiner eigenen Arbeit endete. So denke ich jedenfalls zum jetzigen Zeitpunkt.
Es ist nicht immer ganz einfach sich an neue Methoden zu gewöhnen, vor allem wenn sich die alten bewährt haben. Doch das ist ja auch der eigentliche Grund für das ganze Abenteuer und mein Projekt Kanada. Es geht um die Unterschiede und um die Herausforderung, mit diesen zurechtzukommen. Und ich kann es kaum erwarten, die nächste Hürde zu meistern!

Produktivität: Der Durchschnitt und die schnellsten vier Mechanikern


1 Kommentar:

  1. ja das leben ist hart....auf jeden fall wünsch ich dir viel power und spass !
    .... aller Anfangs ist schwer !
    aber mit der zeit ....und kein meister ist vom Himmel gefallen ...wird es sicher besser !
    lg Sarah

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